Die letzte Übergabe
Für die Stadt war er nur Nachtakte: schwarze Kapuze, schwarze Maske, kein Gesicht. Für C war er der Mann, der jeden Abend schrieb: „Bin gleich da.“ Heute lag das Handy neben Geld und zwei unberührten Waffen. Er starrte auf ihre letzte Nachricht: „Versprich mir, dass du wiederkommst.“ Als es klopfte, zog er die Kapuze hoch. Alles, was er sich von dieser letzten Übergabe erhoffte, war ein Morgen mit ihr.
ALLE 4 BILDSZENEN
Szene 01 steht oben. Hier geht die Geschichte weiter.
Die Nachricht
Das Handy leuchtete auf, als Nachtakte gerade die Jacke schließen wollte. C fragte nur, ob er heute wirklich zurückkommen würde. Er las die Zeile zweimal. Zum ersten Mal fühlte sich eine einfache Antwort schwerer an als alles, was auf dem Tisch lag.
Vor der Tür
Im Treppenhaus blieb Nachtakte stehen. Durch die Wand hörte er ein Radio, irgendwo wurde gelacht. Ein gewöhnlicher Abend, so nah und doch unerreichbar. Er dachte an C und steckte den Schlüssel wieder ein. Diesmal sollte es keine Rückkehr im Morgengrauen werden.
Die letzte Entscheidung
Unten wartete der Wagen. Nachtakte ging daran vorbei, ohne die Tür zu öffnen. Er konnte noch nicht alles ändern, aber diesen einen Schritt konnte er selbst wählen. An C schrieb er keine Erklärung. Nur: „Ich komme nach Hause.“
